Es ist noch gar nicht so lange her, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Spielsucht als offizielle psychische Krankheit anerkannt und in die ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten) aufgenommen hat. Für viele Mediziner und Psychologen war das im Jahr 2017 ein ganz wichtiger, großer Schritt in die richtige Richtung, denn mit Spielsucht ist nicht zu spaßen. Viele Menschen denken, es geschehe nur in schlechten US-amerikanischen Filmen, dass Leute Haus und Hof verspielen. Dem ist jedoch leider nicht so, denn die Fälle häufen sich überall auf der Welt. Das ist sicherlich der schlimmste Fall, aber auch wer nicht um Geld spielt, lebt gefährlich, denn das kann sich sehr schnell ändern. Die Sucht teilt sich im Wesentlichen in zwei Bereiche auf:

  • die Spannung und der Nervenkitzel beim Spielen
  • das Glücksgefühl beim Gewinnen

Beide Phänomene bewirken einen Hormonausstoß im Körper, der zu Suchtverhalten führen kann. Während sich der Spieler selbst der Entwicklung eher selten bewusst wird, ist es meistens das unmittelbare Umfeld, das betroffen ist. Dabei gibt es einige wichtige Indikatoren, die sehr ernst zu nehmen sind:

  • Der Spieler vernachlässigt seine persönlichen, sozialen Kontakte, hat kaum noch Zeit und ist eher unzuverlässig.
  • Der Spieler zeigt extreme Stimmungsschwankungen, ist oft sehr nervös oder unkonzentriert.
  • Der Spieler, sofern er um Geld spielt, leiht sich dies immer öfter bei Familienangehörigen, Freunden und guten Bekannten. Die Rückzahlung lässt allerdings auch gern auf sich warten.
  • Der Spieler beginnt sein Umfeld zu belügen, um Zeit zu gewinnen und seine Spielsucht zu verheimlichen.

Wenn es schon so weit gekommen ist, sollte in jedem Fall fachmännischer Rat hinzugezogen werden. Es ist sehr schwierig, aus diesem Teufelskreis alleine wieder herauszukommen. Daher ist es unbedingt wichtig, gewisse Signale wahrzunehmen, die auf die Suchtgefährdung einer Person hinweisen:

  • Sie verbringt den größten Teil der Freizeit mit Spielen.
  • Sie will immer mehr und öfter spielen.
  • Sie kann schlecht oder gar nicht aufhören zu spielen.
  • Sie spielt immer länger oder um höhere Einsätze.
  • Sie fühlt sich unwohl, wenn sie nicht spielen kann.
  • Sie erkennt gewisse Tendenzen, ignoriert diese aber.

In all diesen Fällen können die Familie und gute Freunde helfen, aber nur bedingt, denn nur die Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Im Zweifelsfall muss ein Arzt oder Psychologe eingeschaltet werden, bevor es vielleicht zu spät ist.

Fazit: Beobachten Sie sich bitte selbst und auch ihr Umfeld. Gerade im Smartphone-Zeitalter nimmt das Risiko zu, an Spielsucht zu erkranken.